North
by Metal Hammer



Warum der bereits 1993 gegründete Krefelder Vierer, der mit NORTH nun schon seine siebte Runde einläutet, immer noch ein Mauerblümchendasein fristet, will sich mir nicht erschließen: Prog Rock-Freaks finden in Everons Veröffentlichungen alles, was ihr herz begehrt: anspruchsvollen und dennoch nachvollziehbaren Rock voller Anmut und eingängiger Melodien, der sich - grob taxiert - zwischen frühen Rush und U2 einpendelt. Besonders die oft an Geddy Lee gemahnende Stimme von Oliver Philipps lässt - im Zusammenhang mit geradlinigen Songs wie dem Opener 'Hands', dem Titelstück oder dem Rauswerfer 'North' - Erinnerungen an die Kanadier in ihrer MOVING PICTURE-Phase aufkommen. Andererseits distanzieren sich Everon durch ausgefallene Instrumentierungen und Arrangements geschickt von Plagiatsverdächtigungen: 'From Where I Stand' zum Beispiel glänzt durch wunderschöne Cello-Einlagen, die anfangs ein Schandmaul-ähnliches Mittelalter-Flair verbreiten, um dann zum Refrain hin mit der geballten Kraft der gebotenen Virtuosität zu explodieren. Summa summarum: Schöne Scheibe, die für alle Gemütslagen etwas bietet und dem Zuhörer mit ihrer positiven Ausstrahlung ein Stimmungshoch verschafft.

Platz 5 - Andreas Schowe