North
by Metalglory



EVERON sind schon seit mehr als 15 Jahren musikalisch aktiv und haben bereits eine Reihe von Alben auf den Markt geworfen. Den Stil der Krefelder könnte man als orchestralen Prog-Rock bezeichnen, das heißt es geht vorrangig melodisch rockig zur Sache, wobei sich die Jungs um Sänger und songwriter Oliver Philipps nicht auf eine Schiene festlegen lassen. So bietet das neue Album „North“ eine Menge unterschiedlicher Songs, die von rockig („Hands“) bis balladesk („From Where I stand“) einen schönen Querschnitt präsentieren.

Inspiration für „North“ holte sich Oliver Phillips von einer Reise zur belgischen Küste und obwohl das melancholische Cover eher düsteren Metal erwarten lässt, beglücken einen die Jungs mit ausgefeilten und durchweg positiven Harmonien. In diesem Sinne handelt es sich auch nicht um Metal, sondern wie schon gesagt um aufwendig instrumentierten Prog-Rock, mit Hang zu hymnisch-epischen Arrangements. Bestes Beispiel ist der Titeltrack „North“, der in der Mitte des Albums auch alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die meisten Songs brauchen allerdings ein paar Anläufe, bis sie richtig zünden und für meinen Geschmack haben sich auch ein paar Balladen zuviel eingeschlichen. Auf „Islanders“ gibt Phillipps dann das Mikro an eine Gastsängerin ab – Judith Stüber macht aus dem stimmungsvollen Track ein wahres Kleinod!

EVERON könnte man am ehesten mit Bands wie Dare und hie und da Magnum vergleichen, aber bei Prog-Bands können Vergleiche allenfalls als Ansatz herhalten. Fans progressiver, Rock-Epen dürften mit EVERON genau richtig liegen, für alle anderen lohnt sich das Reinhören allemal, denn gerade für stimmungsvolle und eher ruhige Momente ist „North“ die optimale klangliche Unterlegung. Ein klein wenig mehr Schwung hätte trotzdem ganz gut getan. Trotzdem antesten – orchestraler Prog-Rock kann nämlich kaum besser klingen!

Fazit: Piano, Cello und melancholisch-harmonische Kompositionen – „North“ bietet epischen Prog-Rock at its best.

7.0 Punkte - einfach gut