Flesh
by Progressive Pages



Everon zum Zweiten in diesem Jahr. Eigentlich sollte "Flesh" ja gleichzeitig mit "Bridge" veröffentlicht werden. Die Plattenfirma hielt es für sinnvoller, die VÖ zu zweiteilen. Schade drum, denn sonst hätte man schon vor Monaten in den Genuss dieses Hammers kommen können.

Wahrlich, "Bridge" ist nicht von schlechten Eltern, doch "Flesh" ist einfach der Hammer! Seit einigen Wochen rotiert die Scheibe nun unaufhaltsam im CD Player und hat es derweil sogar geschafft, die neue Flower Kings zu verdrängen. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Sound von EVERON schon immer mochte. Sehr eigen, sehr bombastisch, dabei immer einen Schritt weit im Metal beheimatet. Und genau diese Mischung wird auf "Flesh" noch fortgeführt. Da kommen zahlreiche Streichinstrumente zum Einsatz, da hat man mit Judith Stüber eine grandiose zweite Stimme zum gefühlvollen Gesang von Oliver Philipps gefunden und hin und wieder werden auch mal gesamplete Beats oder Percussion eingesetzt. Dies alles macht die CD vielfältiger als EVERON es je waren und es wird verdammt schwer werden, dieses Werk nochmal zu toppen.

Ungewöhnlich ruhig wirkt die Scheibe manchmal schon, doch das Schöne sind die Wechselspiele der Stimmungen, wie sie sich verändern und wandeln. Was im ersten Moment noch mit viel Ruhe beginnt wird in den Refrains zum wahren Gänsehaut- Gewitter, und nebenbei noch zu einem der besten Songs der Band (Already Dead). Andererseits erwartet man in einem Song, der melancholisch und traurig beginnt nicht, dass brettharte Gitarren einen plötzlich aus den Träumen reißen (Flesh); was für eine Gänsehaut *schauder*.

Dies mögen beispielhaft nur zwei der 8 Stücke sein. Die anderen 6 können diese Highlights zwar nicht mehr toppen, sind aber qualitativ immer noch hochkarätig genug, um dieses Album zum heißesten Anwärter auf den Titel "Album des Monats" zu machen. EVERON sind besser denn je und auch Oliver Philipps läuft mit seiner einzigartigen Stimme zu ungeahnter Hochform auf. Ein Killeralbum!