Flesh
by Amazon.de



"Flesh" wurde zur gleichen Zeit aufgenommen wie "Bridge". Da stellt sich natürlich die Frage, warum die beiden Alben nicht gleich als (günstigere) Doppel-CD erschienen sind. Ganz einfach: es gibt auf beiden Werken keinen einzigen Ausfall! "Flesh" ist über weite Strecken ruhiger als "Bridge", teilweise epischer (hört Euch den über 14 minütigen Titeltrack an) und mit positiveren Texten ausgestattet. Sänger Oliver Philipps erinnert mit seiner Art zu singen zusammen mit einigen Arrangements desöfteren an eine Prog-Metal Variante von Jethro Tull, bei dem lediglich die Flöte abhanden gekommen zu sein scheint. Ansonsten klingen sie eigenständig wie kaum eine andere Band in diesem Metier - fern ab aller Dream Theater-Clones und frickeligen Klangeskapaden ihrer Kollegen. Bei "The River" dürfen wir ein hochinteressantes Duett zwischen Oliver und einer Gastsängerin bewundern, bei "Already Dead" ebenfalls, zusätzlich noch mit einem String-Quartett. Wer "Wounded Land" (Threshold), "Script For A Jesters Tear" (Marillion) oder "The Visitor" (Arena) im Regal stehen kann, kann mit "Flesh" nichts falsch machen. Everon sind groß, zusammen mit Vanden Plas mit Abstand die besten aus Deutschem Lande. Was ihnen zum großen Durchbruch noch fehlt, wäre sicherlich ein kleiner (Single-) Hit, aber mir persönlich sind acht wunderschöne, zeitlose Tracks viel lieber als eine Band, welche über Nacht zum Star hochgefeiert wird und danach kommerziell ausgeschlachtet vor die Hunde geht.

5/5