Fantasma
by DURP



EVERON haben bereits mit ihrem Debüt "Paradoxes" seinerzeit mehr als nur Beachtliches abgeliefert. Das hohe Niveau konnte man mit den Folgealben "Flood" und "Venus" halten, und ehrlich gesagt, hat wohl auch keiner daran gedacht, dass es bei "Fantasma" anders wird.
Wird es auch nicht, im Gegenteil, obwohl ich EVERON schon immer gemocht habe, noch nie war ich von einem Album der Band so schnell begeistert, wie bei "Fantasma". Schon die ersten zwei instrumentalen Minuten des Openers "Men Of Rust" ziehen mich in ihren Bann und wenn dann der Gesang einsetzt, ist klar: Hier wird wohl nichts mehr anbrennen. EVERON sind eine der wenigen Bands, die es schaffen Emotionen, Power, Harmonie und symphonische Komplexität zu einem so ausgewogenen Gesamtergebnis zu verknüpfen, daß man sich der Magie ihrer Musik kaum entziehen kann. Verglichen mit den früheren Alben gibt es diesmal auch schon fast-metallische Passagen (z.B. "Fine With Me"), ohne daß jedoch am ureigenen EVERON-Sound gekratzt wird. Der fünfteilige Titelsong bringt es auf satte 14 Minuten und kann getrost als "Referenz-Track" für das gesamte Genre gelten. Auch hier gibt es das ganze Spektrum von zerbrechlichen Piano-Parts bis hin zu fast brachialen Heavy-Gitarren, und wer bei "The Real Escape" keine Gänsehaut kriegt, der ist vermutlich schon tot. Aber egal ob das instrumentale "Battle Of Words" oder das ruhige "May You" - auf diesem Album überzeugt jeder Song.
Das ultimative Prog-Highlight aus deutschen Landen!

Renald Mienert
9 von 10 Punkten