Fantasma
by Progressive Corner



Aus Erfahrung gut!

Pünktlich zur Jahrtausendwende wollten sich "Everon" mit ihrem neuesten Werk "Fantasma" zurückmelden, das Release des Albums wurde aber einige Male verschoben. Nun geht der vierte Longplayer von "Everon" endlich über die Ladentische. Und das vierte Album ist anders als die Vorgänger, nicht das "Everon" andere Wege einschlägt, die vielen neuen Ideen machen aus "Fantasma" ein Album, welches sich von den anderen gewissermassen abhebt. Zum aktuellen Line-Up gehören Oliver Philipps, (Songwriter, Sänger, Keyboarder und Gitarrist!!) Schymy (Bass), Christian "Moschus" Moos (Drums) und Ulli Hoever (Gitarre). Ulli Hoever ist der "Ersatz" von Ralf Janssen, der nach den Aufnahmen von "Venus" die Band verliess. Bei der Artworkgestaltung, das muss einfach erwähnt werden, ist sehr professionell zu Werke gegangen worden, das gleiche gilt übrigens auch für die toll gemachte "Everon" Homepage. Und ob das auch für den musikalischen Inhalt zutrifft, die nächsten Zeilen geben Auskunft.
Jawoll, auf den Opener "Men of Rust" trifft das schon mal hundertprozentig zu, Keyboard-und Gitarreneinsatz vom Feinsten, starkes Drumming und Bassläufe. Alles in allem ein Power-Song, wie man es von "Everon" gewohnt ist; gekonnt werden kurze ruhige Momente mit eingebracht. Das erste Highlight auf "Fantasma". Weniger Kraftfutter ist "Perfect Remedy", sehr melodisch und ohne Ausflüge der Marke "Everon", die diese Band so einzigartig macht. Mit "Fine with me", folgt eine eher mittelprächtige Nummer, hier findet man sehr schlecht den Aufhänger, na ja, vielleicht sind meine mittelalterlichen Ohren auch nicht für so ne Mucke gebaut? Ein sehr atmosphärischer Song mit herrlichen Pianoeinlagen und Melodiebögen ist "A Day by the Sea", die Hyme auf "Fantasma". Besondere Beachtung schenke man dem instrumentalen Mittelpart, stark!! Der Titelsong "Fantasma" ist unterteilt in 5 Songs und alles in allem über 14 Minuten lang. In diesen 14 Minuten wird dem Hörer vom kernigen, kraftvollen Rock, akustischen, melodiösen Elementen bis hin zu sehr emotionalen Momenten alles geboten. Dem rein instrumentalen "Battle of Worlds" mit hervorragendem Gitarrenspiel folgt der ruhende Pol des Albums, "May you", ein wunderschöner Song mit bombastischem Finale, wohl DIE Ballade von "Everon". Beim zweiteiligen "Ghosts" unterstreichen "Everon" noch mal ihre Klasse, mein persönlicher Favorit des Albums!!!

Fazit: Der musikalische Inhalt ist genauso ansprechend wie das Booklet und die Everon-Homepage, das sollte eigentlich genug aussagen. Mit ihrem vierten Album sollten "Everon" es eigentlich schaffen, sich in der deutschen Progressiven Metal-Szene vollends durchzusetzen. (...).

89 von 100 Punkten