Bridge
by Obliveon



Was zunächst als Doppel-CD und dann als zwei einzelne CD's angekündigt war, erscheint nun zunächst einmal als Einzel-CD mit der Aussicht, dass auch die bereits eingespielte und für Everon-Verhältnisse recht experimentell ausgefallene zweite Scheibe, "Flesh", die mit einer Reihe von Gastmusikern eingespielt wurde, in Kürze ebenfalls erscheinen soll. Wie dem auch sei, unser Hauptaugenmerk liegt auf "Bridge", der für Everon typischeren Scheibe der beiden CD's, und wieder einmal besticht die Band durch zwölf überragende Kompositionen, die einfach als das betrachtet werden sollten, was sie sind: zeitlose Rocksongs voller Ausstrahlung, toller Melodien, einer charismatischen Stimme und einer filigranen Spieltechnik, von der so manche Progressiv Metal-Band nur träumen kann. Keiner anderen Band gelingt es dermaßen gekonnt, alle musikalischen Genres zu umschiffen, sei es nun Metal, AOR oder Progressive Metal, nur um mit ihrer Musik etwas vollkommen Eigenes zu erschaffen. Daß Everon dabei die ganze musikalische Bandbreite von treibend rockig bis hin zu gefühlvoll balladesk beherrschen, zeigen Songs wie "If you were still mine", "Not This Time" oder "Carousel", während sich am instrumentalen "Puppet Show" selbst so manch versierter Musiker die Zähne ausbeissen dürfte. Der musikalisch unbestrittene Höhepunkt des Albums ist jedoch "Bridge" sowie das das Album einleitende "Bridge-Theme", dessen Wahnsinnsmelodie den Zuhörer fesselt und ihn so schnell auch nicht mehr loslassen wird. Kreative Geniestreiche wie diese hat man wohl nur einmal in seinem Musikerleben. Für solch ein Album kommt nur die Höchstnote in Frage.

10/10 - Michael Kuhlen